Umfrage: Innovation findet kaum noch ohne Kooperation statt.
Betriebliche Innovation findet zukünftig kaum noch ohne Partner statt. Das zeigt die aktuelle landesweite BWIHK-Umfrage zu Investitionen von Unternehmen in Forschung und Entwicklung (FuE). Aktuell vergeben sechs von zehn Betrieben (= 69 Prozent) Anteile ihrer FuE-Budgets extern, etwa an FuE-Dienstleister. „Wir liegen hier dreimal höher als in unserer letzten Umfrage 2018. Und zukünftig planen das sogar acht von zehn Unternehmen (84 Prozent)“, betont Volker Hasbargen, Präsident der IHK Karlsruhe, die im BWIHK in Technologiefragen federführend ist und ergänzt: „Auch arbeiten fast 80 Prozent der befragten FuE-aktiven Unternehmen mit Kooperationspartnern zusammen, am häufigsten mit anderen Unternehmen (z. B. Lieferanten und Kunden) oder Hochschulen. Gute Bedingungen für den Technologietransfer sind deshalb wichtiger denn je.“
Überregionaler Fokus bei Kooperationen wichtiger
Die Betriebe orientieren sich bei ihren FuE-Kooperationen stärker überregional. Mehr als die Hälfte (51 Prozent) der kooperierenden Unternehmen arbeitet deutschlandweit mit FuE-Partnern zusammen – deutlich mehr als bspw. in einer landesweiten IHK-Umfrage vor zehn Jahren (+10 Prozentpunkte). Dagegen hat der Anteil mit regionalem Fokus (7 Prozent) gleichzeitig klar abgenommen (-12 Prozentpunkte). „Die Technologiepolitik des Landes, die in den letzten Jahren die Zusammenarbeit in den Regionen Baden-Württembergs fokussiert hat, sollte deshalb überprüft werden“, schlägt deshalb Dr. Stefan Senitz vor, Technologieexperte in der BWIHK-Federführung Technologie bei der IHK Karlsruhe.
Unternehmen mit klaren ‚Technologie-Favoriten‘
Unternehmen haben klare Favoriten, welche Technologiefelder sie als zukünftig wichtig für die eigenen Produkte und Leistungen ansehen. Energie- (Energiespeicherung, erneuerbare Energien) und produktionsrelevante Technologien (Sensorik, Produktionstechnologien, Automatisierungstechnik), Cyber-Security und Künstliche Intelligenz, sowie Medizintechnik liegen hier vorn. Quantencomputing, Blockchain sowie Augmented- und Virtuell Reality-Technologien sind dagegen für die Mehrzahl der Unternehmen derzeit weniger relevant und haben in der Breite offenbar bislang nicht skaliert. „Wir erkennen, dass sich die Mehrzahl der für die Unternehmen wichtigen Technologiefelder gut mit den Zukunftsbildern der Technologiebeauftragten der Wirtschaftsministerin deckt. Hier sollte die Landespolitik die FuE-Rahmenbedingungen besonders in den Blick nehmen, da breite Hebelwirkungen möglich sind. Gleichzeitig sind viele Zukunftstechnologien branchen- und ressortübergreifend. Sie werden oftmals von mehreren Ministerien und Landeseinrichtungen gleichzeitig aufgegriffen. Für Außenstehende ist oft schwer erkennbar, wer zuständig ist. Beteiligte Ressorts sollten jeweils ein gemeinsames Vorgehen abstimmen und klar kommunizieren, wer landesseitig erster Ansprechpartner für Unternehmen ist“, fordert Senitz mit Blick auf die Ergebnisse.
