Stuttgart, 8. September 2026 – Der Baden-Württembergische Industrie- und Handelskammertag (BWIHK) sieht in dem schwachen Abschneiden Deutschlands in der aktuellen PISA-Studie einen Weckruf für die Bildungspolitik. Die allgemeinbildenden Schulen müssten Leistung wieder stärker in den Mittelpunkt rücken, Basiskompetenzen verlässlich vermitteln und die Lernergebnisse evaluieren.
Auf den Bildungsauftrag konzentrieren
„Es ist höchste Zeit, dass wir uns wieder auf den Kern des schulischen Bildungsauftrags konzentrieren, statt über Hitzefrei und Ähnliches zu diskutieren“, sagt Susanne Herre, Hauptgeschäftsführerin der IHK Region Stuttgart. Die IHK ist innerhalb des BWIHK federführend für die Themen Berufliche Ausbildung und Fachkräfte.
Bei dem heute veröffentlichten PISA-Ranking haben sich die Leistungen deutscher Schüler im internationalen Vergleich erneut verschlechtert. Defizite liegen insbesondere in Mathematik und den Naturwissenschaften, aber auch im für die Sprachkompetenz zentralen Fach Deutsch.
Viele Schulabgänger sind nicht reif für die Ausbildung
Die IHK-Hauptgeschäftsführerin zeigt sich von dem PISA-Ergebnis nicht überrascht. „Schon lange beobachten Unternehmen, dass viele Bewerberinnen und Bewerber für Ausbildungsplätze die grundlegenden Voraussetzungen für eine erfolgreiche Ausbildung nicht mitbringen – und ihre Zahl nimmt zu.“ Bei einer im Sommer veröffentlichten IHK-Umfrage unter Ausbildungsbetrieben in Baden-Württemberg hatten fast alle Unternehmen die mangelnde Ausbildungsreife vieler angehender Azubis beklagt. Vermisst wurden zum Teil sogar elementare Rechenkenntnisse sowie mündliches und schriftliches Ausdrucksvermögen.
