Stuttgart, 5. Februar 2026 – Für BWIHK-Vizepräsident Claus Paal ist die Politik den Betrieben weiterhin große Reformen schuldig. Auch die Beschlüsse des Entlastungspakets erreichen die Unternehmen noch nicht – hier ist schnelle Umsetzung notwendig.
Das Jahr 2025 hat die Verwundbarkeit der baden-württembergischen Wirtschaft deutlich gemacht. Die erratische Zollpolitik der USA mit 15 Prozent Importzoll auf europäische Waren sowie weiterhin bestehenden 50 Prozent Strafzöllen auf Stahl und Aluminium hat vor allem die Industrie und exportorientierte Betriebe stark belastet. Der US-Präsident hat gezeigt, dass er Vereinbarungen nicht einhält, sondern jederzeit neue Forderungen stellt. Damit fehlt im Handel mit den USA die für Investitionen notwendige Plan- und Berechenbarkeit.
Gleichzeitig beschleunigt sich die Neuordnung der globalen Handelsströme. „Unsere Exportwirtschaft ist und bleibt das Rückgrat unseres Standorts“, betont Paal. „Aber wer glaubt, wir könnten einfach so weitermachen wie bisher, verkennt die Realität. Deutschland und Europa müssen sich neu aufstellen – und zwar schneller als bisher.“ Neue Handelsabkommen, etwa mit Indien und den Mercosur-Staaten, könnten dabei wichtige Impulse setzen.
Strukturelle Herausforderungen am Standort
Die strukturellen Herausforderungen am Standort bleiben groß: hohe Energie- und Arbeitskosten, schwache Nachfrage, zunehmender internationaler Wettbewerb. Entsprechend vorsichtig fallen die Erwartungen aus. 19 Prozent der Unternehmen rechnen mit einer Verbesserung und damit gleich viele wie im Herbst des Vorjahres. 21 Prozent gehen von einer Verschlechterung ihrer Geschäftslage aus (drei Prozentpunkte weniger als im Herbst `25).
