Die schwierige wirtschaftliche Lage hinterlässt zunehmend Spuren auf dem Ausbildungsmarkt in Baden-Württemberg. Fast jeder dritte Ausbildungsbetrieb (30 Prozent) rechnet damit, 2026 weniger Ausbildungsplätze anzubieten. Im Vorjahr waren es noch 26 Prozent. Gleichzeitig wollen 56 Prozent der Betriebe ihr Ausbildungsangebot unverändert fortführen.
Das zeigt die aktuelle Ausbildungsumfrage der IHKs in BW. Neben den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bleibt vor allem der Mangel an geeigneten Bewerberinnen und Bewerbern eine zentrale Herausforderung: 69 Prozent der Unternehmen nennen ihn als Problem bei der Besetzung ihrer Ausbildungsplätze.
Zugleich sehen 94 Prozent der befragten Betriebe Defizite bei grundlegenden Voraussetzungen für eine erfolgreiche Ausbildung. Besonders häufig nennen sie mangelnde Belastbarkeit, grundlegende mentale Leistungsfähigkeit und Disziplin. Auch bei elementaren Rechenkenntnissen, beim mündlichen und schriftlichen Ausdrucksvermögen in Deutsch sowie bei wirtschaftlichen Grundkenntnissen sehen viele Unternehmen Nachholbedarf.
Viele Ausbildungsbetriebe reagieren darauf mit eigenen Angeboten: 37 Prozent bieten Nachhilfe oder zusätzliche Förderung an, 31 Prozent geben gezielt auch lernschwächeren Jugendlichen eine Chance. Die Ergebnisse zeigen zugleich, wie wichtig eine stärkere Praxisorientierung in der Schule, eine verlässliche berufliche Orientierung und gute Rahmenbedingungen für ausbildende Unternehmen sind.
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